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Geschichten aus der Elbaue

Pegida-light will in kleiner Runde weitermachen

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Mehr Mitsprache des Volkes in der Politik und die Rücknahme der Polizeiferform 2020 in Sachsen fordert die neue Gruppierung.

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Alle waren neugierig auf den Auftritt der bisherigen Miss Pegida, Kathrin Oertel. Fotos: leo (2)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Neugier wird wohl das bestimmende Motiv gewesen sein, mit dem viele am Sonntag den Weg auf den Dresdner Neumarkt unternommen haben. Für 14.30 Uhr hatte hier die bisherige Miss Pegida, Kathrin Oertel, für ihre neue Vereinigung die „Direkte Demokratie für Europa – kurz DDFE“ zu einer ersten Kundgebung eingeladen. Mit Schätzungen muss man vorsichtig sein. Was die Anzahl von Menschen angeht, die auf diese Fläche passen, ist der Neumarkt inzwischen ein glattes Parkett. Lassen wir es großzügig 1000 gewesen sein. Wobei zutrifft, was ein Journalistenkollege laut zu seinem Nebenmann sagte: Ein Drittel Presse, ein Drittel Anhänger und ein Drittel Neugierige. Und unter den Anhängern dürften viele sein, die am Montag dann wieder bei Pegida stehen. Das sagte selbst Kathrin Oertel in ihrer Rede. Die neue Größe in der Dresdner Poltik scheint inzwischen in ihre Rolle gefunden zu haben. Ganz Diva des Politbetriebes ließ sie ihre Anhänger erstmal eine Viertelstunde warten, ehe es los ging. Dann wollte sie zunächst noch ein paar Worte zu ihrem Ausstieg bei Pegida sagen. So richtig klar wurde sie dabei aber nicht. Es habe keine Bedrohung oder berufliche Nachteile gegeben. Aber man müsse sich überlegen, wem man hinterherlaufe, sagte sie. Auch wenn dort Lügenpresse gerufen werde. „Zum Teil stimmt das doch“, meldete sich ein Rufer aus dem Publikum.
Aber auch von der ihr nun unterstellten CDU-Nähe grenzte sie sich ab. Die Regierung habe kein Interesse daran, den eingefahrenen Kurs zu verlassen. Doch es reiche nicht, das Volk nur alle vier Jahre einzubeziehen. Zu ihrem Gespräch mit Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU), das von Beobachtern aus ausschlaggebend für den Zerfall von Pegida interpretiert wurde, sagte sie: Ulbig habe als Bewerber für den OB Posten in Dresden erkannt, dass er die vielen Pegida-Gänger nicht weiter beschimpfen kann.
Sie wolle mit ihrem neuen Verein jetzt ganz von vorn beginnen. Dessen Forderungen seien: Das Volk soll eine Stimme im Bund bekommen. Die Meinungsfreiheit müsse Grundlage einer pluralistischen Gesellschaft sein. Die Polizeireform 2020 in Sachsen müsse zurückgenommen werden. Man sehe aktuell in Leipzig, was mit der Polizei los sei. Freiheit brauche Sicherheit. Es müsse Änderungen in der Renten- und Familienpolitik geben. Und es müsse endlich Schluss sein mit der Kriegstreiberei gegen Russland. An dieser Stelle erklangen vereinzelte „Putin, Putin“-Rufe.
Zunächst soll jetzt die Anhängerschaft befragt werden, an welchem Wochentag man nun auf die Straße gehen wolle. Parallel dazu soll es Gesprächsrunden nach Art der Landeszentrale für politische Bildung geben. Dort war Oertel überraschend am 3. Februar aufgetreten und hatte ihre Ansichten dargelegt. Jetzt wartet alles gebannt auf den Montag. Rest-Pegida hat gerufen. Gleichfalls auf den Neumarkt. „Wo alles begann“, lautete der Spruch auf Facebook dazu. Das klingt nach Abschied, aber man weiß nie.

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Autor: Der Elbebiber

Journalist und Autor

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