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Geschichten aus der Elbaue

Bachmann spricht wieder bei Pegida

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Lutz Bachmann trat erstmals nach seinem Rücktritt im Januar wieder als Redner bei Pegida auf. Foto: leo

Mit Spannung wurde der Montag in Dresden erwartet. Denn das Pegida-Bündnis sollte zum ersten Mal nach der Abspaltung maßgeblicher Aktivisten wie Frontfrau Kathrin Oertel zusammen kommen. Die Zahlenangaben schwanken wie immer nach Standpunkt der Zählenden. Während die Polizei von 2000 Teilnehmern spricht, war aus dem Pegida-Umfeld von 4500 die Rede. Es waren aber auf jeden Fall weit mehr Teilnehmer da als am Sonntag, als Kathrin Oertel mit ihrem neuen Bündnis „Direkte Demokratie für Europa – DdfE“ an gleicher Stelle auftrat. Dabei zeigte sich am Montag eins. Es wäre aus Sicht der Gegner wahrscheinlich besser gewesen, wenn sich das Bündnis nicht getrennt hätte. Denn Lutz Bachmann war besonders nach seinen umstrittenen Facebook-Äußerungen in Bezug auf Asylbewerber zurückgetreten. Jetzt war jedoch der Weg an die Spitze des Bündnisses wieder frei. Wahrscheinlich auch in Ermangelung entsprechend fähiger Redner. Und so war es fast zwangsläufig, dass Bachmann am Montag wieder auftauchte. Schon als er dabei half, den kleinen Sprecherwagen in Stellung zu bringen, erklangen erste Rufe: „Lutz, wir wollen dich hören“. Und der ließ sich dann auch nicht lange bitten. Er ging als erstes auf seinen Rücktritt ein. Das Foto mit dem Hitlerbärtchen sei drei Jahre alt gewesen. Seine Äußerungen, nach denen er Asylbewerber als „Dreckspack“, „Viehzeug“ und „Gelumpe“ bezeichnet hatte, würden wohl von vielen ähnlich am Stammtisch geäußert werden, sagte Bachmann. Das Publikum quittierte das mit einzelnen „Jawoll“-Rufen und Beifall. Damit war „der Lutz“ entschuldigt. In Richtung Frauenkirche gewandt sagte Bachmann: Da werde gerade das Licht ausgemacht, obwohl bestimmt viele Spender für den Wiederaufbau mit hier auf dem Platz stünden.
Gastredner waren diesmal Tatjana Festerling aus Hamburg und Götz Kubitschek aus Sachsen-Anhalt. Die Hamburgerin ging in ihrer Rede auf den Typus des Berufspolitikers ein, der sich über Jahre durch zig Gremien nach oben buckeln müsse. Heraus komme eine Günstlingswirtschaft, die nur ihre Pfründe verteidigen wolle. Gerade in Leipzig habe die Demokratie eine krachende Niederlage erlitten. Dabei meinte sich das Verbot der Legida-Demonstration, während man die Gegendemonstration zugelassen habe. Im Zusammenhang mit dem Islam, einem Kernthema von Pegida, ging sie auf den Vorfall in Bremen ein, wo ein Pfarrer in seiner Predigt gesagt hatte, der Islam gehöre nicht zu Deutschland. Daraufhin hatten sich 70 Bremer Pastoren gegen diesen gestellt und eine Initiative für ein tolerantes und buntes Bremen gestartet. Damit sei die Christenverfolgung in Deutschland angekommen, sagte Festerling. Die 70 Pastoren seien „70 tote Fische, die mit dem Strom schwimmen“.
Götz Kubitschek ging in seiner Rede vor allem auf den von ihm beobachteten Selbsthass der Gegendemonstranten bei Pegida-Veranstaltungen ein. Für die Pegida-Demonstrationen würden zwei Dutzend Verkehrspolizisten ausreichen. Denn diese seien friedliche Zusammenkünfte. Inhaltlich warf er den Gegendemonstranten vor, sie wollten einen neuen Menschen schaffen. Unter anderem mit dem teuren Hirngespinst der Genderisierung. Das führe zu einer Oberflächlichkeit ganzer Generationen. Es gelte das Dogma, jeder Ausländer mache unser graues Land bunt und fröhlich. Oft sei es aber ein „Albtraum für uns Deutsche“, so Kubitschek. Das alles sei nach den zahlreichen Experimenten der Geschichte nur wieder ein neues. Gute Politik experimentiere aber nicht. Aber sie habe es nicht mehr im Griff. Es müsse Schluss sein mit der „Beschleunigung ins Ausweglose“ und die Zeit reif, in diesem „Irrenhaus“ aufzuräumen. Es gelte die Verteidigung des Eigenen auf die Fahnen zu schreiben, so Kubitschek. Danach folgte eine russische Gastrednerin, die vor allem beklagte, dass die Sanktionen einfache Menschen träfen. Während ihrer Rede brandeten Rufe auf wie „Merkel muss weg“ und „Druschba, Druschba“.
Als letzten Punkt verlas Lutz Bachmann einen Brief von Inge Wustrack aus Hannover, die als Jüdin mit ihrer Mutter knapp den Holocaust überlebt habe. Sie hatte sich in einem Brief auch gegen den Vorsitzenden des Zentralrates der Juden in Deutschland gewandt. Dieser spreche nicht für die Juden Deutschlands. Es seien eindeutig Teile der islamischen Mitbewohner des Landes, von denen zu Gewalt gegen Juden aufgerufen werde. Deshalb bedanke man sich ausdrücklich bei den Pegida-Akteuren für ihre politische Zielsetzung.
Jetzt bleibt abzuwarten, ob diese Veranstaltungen tatsächlich der Endpunkt von Pegida waren, wie es der Dresdner Politikwissenschaftler Werner Patzelt vorhergesagt hat. Für nächsten Montag ist wieder eine Demonstration angemeldet. Dann soll auch wieder spaziert werden, kündigte Lutz Bachmann an.

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Autor: Der Elbebiber

Journalist und Autor

2 Kommentare zu “Bachmann spricht wieder bei Pegida

  1. Pingback: Dresden 9.2.: 14. Abendkundgebung | Kreidfeuer

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