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Geschichten aus der Elbaue

Tatjana bei der „kleinen“ Pegida in Freital

Ein Kommentar

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In Freital trifft sich der Pegida-Ableger immer freitags. In letzter Zeit waren die Teilnehmerzahlen gesunken. Foto: leo

Neben Dresden hat sich inzwischen eine Vielzahl von Pegida-Ablegern gebildet. Ein größerer befindet sich in unmittelbarer Nähe der sächsischen Landeshauptstadt, in Freital. Hier wird immer freitags demonstriert. Und diesmal mit prominenter Pegida-Unterstützung aus der Landeshauptstadt. Denn Lutz Bachmann und die Pegida-OB-Kandidatin für Dresden, Tatjana Festerling, waren extra in die ehemalige sozialdemokratische Musterstadt Freital gekommen. Und die will nicht zur Ruhe kommen. Hier sollen hauptsächlich junge, männliche Asylbewerber im Hotel Leonardo untergebracht werden. Dagegen regt sich seit Februar Widerstand. Der war in den letzten Wochen schon im Abflauen begriffen, erhielt aber vergangene Woche wieder neue Nahrung. Schon länger gibt es mit dem in Schmiedeberg befindlichen Asylbewerberheim und seinen Bewohnern Schwierigkeiten. Berichtet wurde von unflätigem Verhalten im Bus und zuletzt der Belästigung eines elfjährigen Mädchens durch Asylbewerber. Vergangenen Sonntag nun brannte die Einrichtung in Schmiedeberg. An zeitgleich zwei Stellen. Während in den Medien mehr oder weniger suggeriert wurde, dass es sich dabei auch um einen Angriff von außen gehandelt haben könnte, wusste ein Redner in Freital mehr. Die gesamte Nachrichtenlage werde gedeckelt, behauptete er. Er wisse von Feuerwehrleuten, dass diese beim Löschen in Schmiedeberg gehindert wurden, während die Bewohner feixend und mit gepackten Koffern daneben standen. Es ist kein Geheimnis, dass die jungen Nordafrikaner lieber in den großen Städten untergebracht werden wollen als in abgelegenen Städtchen des Osterzgebirges wie in diesem Fall. Polizei und Feuerwehr seien gehalten, die wahren Vorkommnisse um den Brand in Schmiedeberg zu verschleiern, um die Lage nicht noch mehr zu verschärfen. Doch das ist sie schon längst. Nachdem bekannt wurde, dass die Schmiedeberger in Freital untergebracht werden, versammelten sich vergangenen Donnerstag etwa 100 Anwohner zu einer Spontandemo, die dann ad hoc bei der herbeigeeilten Polizei angemeldet wurde. Auch deshalb waren es am Freitag zur regulären Demo wieder mehr Teilnehmer, obwohl man sich noch mehr gewünscht hätte, wie ein Redner bekannte. Tatjana Festerling ging dann in ihrer Rede auf die jüngsten Entwicklungen in Sachen Flüchtlingströme und Schleuserunwesen im Mittelmeerraum ein. Dabei nahm sie auch wieder die jüngsten Äußerungen von Politikern aufs Korn. So hätte Angela Merkel angeregt, dass man Schiffe einsetzen könne, um die Flüchtlinge schon in den lybischen Gewässern aufzunehmen. „Na klar, wir richten eine Aida-Fährverbindung zwischen Libyen und Lampedusa ein“, rief Festerling den Massen zu, die begeistern klatschten. „Damit sich die Flüchtlinge schon mal an den Luxus gewöhnen, der sie in Deutschland erwartet“, so die Hamburgerin weiter. Was in Dresden bei den „großen“ Pegidaveranstaltungen nicht ganz so auffällt wird bei „Auftrittsorten“ wie Freital überdeutlich.

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Tatjana Festerling bei ihrer Rede vor den Freitalern. Foto: leo

Festerling sticht mit ihren prononcierten und tiefgründigen Reden heraus. Und es darf bezweifelt werden, ob ihr die Masse immer so geistig folgen kann, wenn sie beispielsweise in ihrer Rede auf das Buch Getrud Höhlers über Angela Merkel verweist, in dem die Professorin eine „Erosion der Demokratie“ in Deutschland beklagt, die sie Merkel anlastet. Es könnte sich lohnen, Wetten anzunehmen, wer auf dem Platz in Freital den Namen Gertrud Höhler kennt, geschweige denn das Buch mit dem Titel „Die Patin“ gelesen hat. Was in Freital vor der Rednertribüne steht ist zum überwiegenden Teil nicht die Sorte Bürger, die viele Bücher im Schrank hat. Eher noch Zeitschriften über Handys, Schminktips oder den Spielplan von Dynamo. Aber soll man auf ein anderes Volk warten?, wie der Verleger Götz Kubitschek neulich auf einer Pegida-Diskussionsrunde in Dresden fragte. Eins, das besser angezogen und weniger peinlich ist? Tatjana Festerling scheint solche Gedanken, wenn überhaupt, dann nur im Stillen zuzulassen. Hier schüttelt sie Hände, lässt Umarmungen wildfremder Leute zu und stellt sich bereitwillig mit hin für ein Foto der Clique mit Kind und Tatjana.
Jetzt schaut alles wieder nach Dresden, wo man nach dem Wilders-Besuch eine Woche Demopause eingeschoben hat. Freital will weitermachen. Auf jeden Fall, wie ein Redner verkündete. Man wolle in Zukunft auch nicht mehr die abseitige Runde durch die Stadt laufen, sondern in Richtung Flüchtlingsherberge. Auch die spontane Aktion der letzten Woche könnte durchaus eine Premiere gewesen sein, die man verfeinern wolle, wurde angedeutet.

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Autor: Der Elbebiber

Journalist und Autor

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