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Geschichten aus der Elbaue

Pegida besteht den Härtetest

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Trotz Dauerregen, Sturm und Donner – der harte Kern von Pegida lässt sich nicht vom Demonstrieren abhalten. Foto: leo

Was sich da fast auf die Minute pünktlich zum Beginn der Pegida-Demo am Montag in Dresden zusammenbraute, war heftiger als alle Gegendemonstrationen zusammen. Blitz, Donner und strömender Regen setzten Dresden und weite Teile des Umlandes schlagartig unter Wasser. Doch dem Zustrom zu den montäglichen Spaziergängen tat das keinen wesentlichen Abbruch. Man stand unter Regenmänteln, Schirmen oder wurde eben nass bis auf die Haut. Für die Organisatoren und auch die Anhänger war dieser Montag gewissermaßen der Härtetest. Dieser harte Kern, der sich auf dem Schlossplatz einfand, lässt sich durch nichts abhalten bei seiner Meinungsbekundung. Geschätzt werden es um die 5000 gewesen sein, die da standen. Was zu der Entscheidung führte, das Ganze an diesem Montag auf dem Schlossplatz zwischen Brühlscher Terrasse und Hofkirche abzuhalten, ist nicht bekannt. Aus PR-technischer Sicht war es eine gute Entscheidung. Denn der Platz ist kleiner als der Altmarkt und damit leichter zu füllen. Auch optisch. Und die barocken Fassaden des alten Dresden bieten einen wunderbaren Hintergrund für die unzähligen Fahnen, die bei Pegida geschwenkt werden. Auch die neue Marschroute über die Augustusbrücke, vorbei am Finanzminsterium und der Staatskanzlei und zurück über Carolabrücke und dann die Uferstraße wieder zum Schlossplatz hinauf sorgt für Aufmerksamkeit und schöne Bilder. Bei den Reden stach wieder die von Pegida-Sprecherin Tatjana Festerling hervor.

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Einer hatte passenderweise seine Angel als Fahnenstange umfunktioniert. Foto: leo

Die Hamburgerin, die im Juni als Pegida-Kandidatin zur Dresdner Oberbürgermeisterwahl antritt, legte vor allem wieder den Finger in die Wunde beim Thema „ungebremste Zuwanderung“. Dabei ging sie besonders auf die Probleme mit jungen Migranten ein, die aus dem nordafrikanischen Raum illegal einwandern. Obwohl gerade erst wieder das vergangene Wochenende ausgerechnet auch im Pewgida-Epizentrum Dresden eine makabre argumentative „Steilvorlagen“ geliefert hatte, ging sie in Anbetracht des neuerlichen Todesfalls in einem Asylbewerberheim nur verhältnismäßig kurz auf diesen Skandal ein. Stattdessen las sie genüßlich eine Passage aus einem Katalog des Reiseveranstalters Öger-Tours vor, in dem mit schmeichelhaften Worten eine Marokko-Rundreise beworben wird. „Das ist ein Urlaubsland. Dort herrscht kein Krieg. Das sind Wirtschaftsflüchtlinge“, rief sie den Demonstranten zu.
Pegida wird aber auch lokal und ganz praktisch. Und zwar in Bezug auf die OB-Wahl im Juni. Die Stadt Dresden suche noch Wahlhelfer. Deshalb wurden die Anhänger aufgefordert, sich als solche zu melden. Das böte den Vorteil, dass Gewährsleute bei der Auszählung dabei seien. Und eine Aufwandsentschädigung gibt es obendrein. Auch werde man jetzt jedes Mal Flyer zu aktuellen Themen vorbereiten, die von den Anhängern dann in ihrem privaten Umfeld verteilt werden können.

 

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Autor: Der Elbebiber

Journalist und Autor

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