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Geschichten aus der Elbaue

Nachspiel für die Drei vom Nettomarkt

7 Kommentare

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Lakonische Reaktion eines Arnsdorfers auf die Behauptung, es gäbe eine Bürgerwehr im Ort. Foto: beaverpress

Wurden Filme mit hoher Einschaltquote früher in Babelsberg oder Hollywood gedreht, sind heute eher Low-Budget-Produktionen aus Tankstellen, Fußgängerzonen und Supermärkten die wahren Straßenfeger. So wie das Handyvideo aus dem Netto-Markt im beschaulichen Dörfchen Arnsdorf, nördlich von Dresden. Wie so oft nahm der Vorfall erst seine Bahn durch die übliche Empörungsmaschinerie als er seinen Weg in die sozialen Netzwerke fand. Das Gute daran ist: Jeder, der möchte, kann sich den Clip so oft anschauen wie er will und sich seinen eigenen Reim darauf machen. Wir rufen uns die Szene noch einmal in Erinnerung. Zu sehen ist ein junger, dunkelhaariger Mann, der im Kassenbereich steht und zwei Weinflaschen in den Händen hält. Man hört die helle Stimme einer Frau, die ihn mehrmals auffordert, diese Flaschen wieder hinzustellen. Offenbar hat er sie nicht bezahlt. Dann sieht man wie ein älterer männlicher Nettomitarbeiter, erkennbar an seinem roten Arbeitspulli, sich dem jungen Mann langsam in deutlich defensiver Weise nähert und die Hand vage ausstreckt, um eine Flasche in Empfang zu nehmen. Darauf geht der „Kunde“ aber nicht ein, sondern hebt eine Flasche in die Höhe. Nun werden aber auch die Kritiker des Gesamtvorgangs nur schwer umhin kommen anzuerkennen, dass eine am Hals gefasste und über dem Kopf geschwungene Weinflasche in unseren Breiten nicht unbedingt als Friedensgeste gilt. Gleichzeitig hört man die junge Frau sagen, dass die Polizei schon zweimal da war an diesem Tag. Wie man später erfuhr, wegen genau dieses jungen Mannes. Dann treten die Drei vom Imbiss mit ihrem zielstrebig, deeskalierenden Vorgehen auf den Plan. Der Rest ist bekannt und lief größtenteils nach Schema F . Mit einem Nachspiel im Arnsdorfer Gemeinderat zu Beginn dieser Woche. Der kleine Raum konnte so viele Besucher gar nicht fassen, die alle extra wegen dieses einen Tagesordnungspunktes gekommen waren. Als Beobachter, der Video und Medienreaktion gesehen hat, steht man einigermaßen fassungslos daneben und schüttelt mit dem Kopf, wenn man Redebeiträge und Reaktionen einiger Gemeinderäte dazu  sieht. Eine Szene wie sie eindeutiger nicht sein konnte, wird hier zu einem Kulturkampf böse Einheimische gegen per se gute Migranten stilisiert. Dabei wird überdeutlich: Viele Bürger bilden sich tatsächlich „ihre“ Meinung erst nach dem Verdikt der Medien. Weil die das Ganze verurteilen, rücke Arnsdorf in ein schlechtes Licht und schuld sind die drei couragierten Helfer, so eine Gemeinderätin. Schuldumkehr bis ins Groteske gesteigert. Aber zum Lachen ist es nicht.  Täter wird Opfer, Mann beißt Hund. Man erlebt live und in Farbe die Noelle-Neumannsche Schweigespirale. Nachdem die Medien das Narrativ „Bürgerwehr misshandelt kranken Flüchtling“ ausgegeben haben, schwenken einige sofort darauf ein. Einschließlich der Bürgermeisterin. Dabei widerspricht sich die Frau selbst, ohne es zu merken. Das wurde deutlich als in der Fragerunde, in der das Volk zu Wort kommen durfte, eine junge Frau aufstand, die nach eigenem Bekunden selbst als Verkäuferin arbeitet. „Ich habe ständig im Laden einen Hund dabei und ich habe Angst, weil wirklich komische Leute reinkommen“, sagte sie ruhig. Darauf die Bürgermeisterin: „Ich kann ihre Gefühle verstehen“. Die der Netto-Mitarbeiterin aber offenbar weniger. Einer der Bürger spricht erregt davon, dass die Männer abslout richtig gehandelt hätten, da man die „Mentalität dieses Klientels“ kenne. Was einen Abgeordneten der Linken zu einem Kopfschütteln und dem Satz „da sind wir wieder bei den Vorurteilen“ veranlasst. Es wird überdeutlich, die Linken, die Grünen sowieso und Teile der SPD sind bedingungslose Anwälte der Fremden, während sie ihr eigenes Volk unter Generalverdacht sämtlicher Verbrechen gegen die Menschlichkeit stellen. Da wird sogar die Existenz einer Bürgerwehr herbeihalluziniert, nur weil eine Stimme aus dem Off des besagten Videos am Ende sagt: Ist schon schade, dass man eine Bürgerwehr braucht. Ein Vorgang, der einen der Beteiligten mit typisch sächsischem Humor auf die Idee brachte, ein T-Shirt mit einem stilisierten Hamburger und der Aufschrift „Burgerwehr Arnsdorf“ zu tragen. Ganz zu schweigen davon, dass selbst die Polizei nach Prüfung des Vorgangs nicht umhin kam anzuerkennen, dass die Drei korrekt gehandelt haben. Dennoch soll einer der „Haupttäter“ nun aus seiner Partei, der CDU, ausgeschlossen werden. Der CDU-Ortsverbandschef habe sich sogar bei dem Asylbewerber entschuldigt und ihm eine Handykarte geschenkt. Der wird sich fragen, warum er in der Klappse sitzt. Aber so geht Willkommenskultur in Absurdistan.  Die Surrealität des Arnsdorfer Nachspiels wird umso deutlicher, wenn man sich dazu nur einmal drei (es gäbe mehr)  Nachrichten aus der näheren Umgebung just in diesen Tagen ansieht. Da hätten wir die 1000-Meter-Spritztour eines Syrers in Wilthen, der einem Pärchen das Auto abnahm und auf dem Dach landete (Carnapping durch Syrer).

Wer wird wohl die Kosten tragen? Aus Dresden wird der Fall eines Asylbewerbers gemeldet, der mit einer zerschlagenen Bierflasche auf Anwohner der Elbwiesen in Laubegast losgehen wollte und drohte: „Ich bringe euch alle um“. Zuvor hatte er mit einem Springseil den jungen Hund eines Pärchens gewürgt und ihn mit der Faust geschlagen, nur weil der, seinem Spieltrieb folgend, zu ihm hingerannt war (Laubegast). Nun gut. Auch so wird der Leinenzwang bald durchgesetzt. In Roßwein (siehe hier) randalierten Asylbewerber in ihrem Heim, dass erst ein Großaufgebot an Polizei und Rettungskräften eingreifen und verbinden musste. In Arnsdorf gilt eine drohend geschwungene Weinflasche aber offenbar bei einigen als adäquates nonverbales Verhalten während des Bezahlvorgangs. Auffällig ist vor allem, welche Fragen nicht gestellt werden. Es heißt, der „arme kranke Flüchtling“ saß im dortigen Fachkrankenhaus für Psychiatrie im offenen Vollzug. Wir halten mal fest: Er war also nicht in einer  Therapiestation, in der Menschen mit psychischen Erkrankungen auf eigenen Wunsch behandelt werden, sondern in einer nachgelagerten Einrichtung des Strafvollzugs wie der Name sagt. Warum war er dort? Vielleicht weil er andernorts auch schon so „einkaufte“? Wieso reagierte niemand in der Klinik, wenn die Polizei den Patienten an diesem Tag schon zweimal abgeliefert hat?, wie berichtet wird.  Wie hält man es mit dem Genuss von Alkohol in einer solchen Einrichtung? Aber besser man fragt all das nicht. Die Antworten könnten vielleicht verunsichern.

 

 

 

 

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Autor: Der Elbebiber

Journalist und Autor

7 Kommentare zu “Nachspiel für die Drei vom Nettomarkt

  1. Was ist nur mit den Menschen in diesem Land los?
    Ist die DDR wirklich erst 27 Jahre her?
    Reicht eine Generation wirklich für die vollständige Verblödung der Deutschen aus?
    Was kommt dann?
    Wohl oder besser Wehe dem, der die Zeichen sieht:
    Flüchtlingsboote werden im Kölner Dom angebetet.
    Polizei-Hubschrauber üben den Formationsflug über Köln.
    Eurofighter üben im Elbetal.
    Die Dreiwettertolle im Range eines Verteidigungsministers will die Bundeswehr, die bereits zu 25 % aus Korananhängern besteht, zur Fremdenlegion umbauen und startet europaweite Kampagnen zu Anwerbung von Söldnern.
    Der Innenminister will mehrere Tausend bewaffnete Schutzpolizisten mit 3 Monaten Ausbildung.
    Aus welchen Personenkreisen werden sich diese wohl rekrutieren, für einen gefährlichen, schlecht bezahlten und wenig Perspektive bietenden Job?
    Nah klar! Deutscher muss man bei der Polizei nicht mehr sein und wir haben`s ja! Neu erworben: ein Millionen kampferfahrene junge Männer…
    Da passt das das EU-Parlament europaweit den Bürgern den legalen Besitz sogar von halbautomatischen Waffen zum persönlichen Schutz und auch für Sport und Jagd verbiete.
    Die Reservebataillone der Bundeswehr üben die Aufstandsbekämpfung in Deutschland und für die aktiven Truppen werden Übungen zur Terrorabwehr zusammen mit Bundespolizei in deutschen Großstädten angeordnet, gleichzeitig soll der Parlamentsvorbehalt und das Verbot zum Einsatz der Armee im Inneren fallen.
    Europol erhält Geheimdienstprivilegien in allen europäischen Ländern und es werden Europastaatsanwälte und -richter und -gerichte zur Strafverfolgung von allen Delikten eingerichtet.
    Das EU-Gefängnis ist sicher eine Frage der Zeit…
    Frau Merkel spricht von einer Verdoppelung des Verteidigungshaushalts, der Einrichtung einer EU-Armee und der nächsten Welle an Flüchtlingen aus Schwarzafrika und sie ist strikt gegen eine Sperrung des Brenners…
    40 Jahre DDR, schaffen wir 70 Jahre BRD oder schaffen wir uns ab und werden gute Sklaven?

  2. Was hier im Artikel fehlt ist, dass einer der drei Männer, die angeblich so „korrekt gehandelt haben“, auf den Iraker mehrfach mit der Faust eingeschlagen hat. Den Rest kann man gern anders sehen, aber das geht definitiv zu weit und hat mit „korrekt gehandelt“ nichts zu tun.

    • Dann müssen Sie das Video komplett sehen. Als der Iraker aus dem Markt geführt wird, fängt er unvermittelt an zu schlagen und treten. Richtig ist, dass es dann zu einem Handgemenge kam, bei der er auch eingesteckt hat. Aber Sie unterschlagen hier Ursache und Folge.

  3. Nachspiel? Nee Leute, das ist erst das Vorspiel. Nachdem unsere Politiker der vollständigen Verblödung in die Arme gefallen sind, beginnt dies auch auf den Rest der Bevölkerung überzugreifen. Das Ganze ist eine gefährliche Mischung, aus Verblödung, Desinteresse und Resignation. Selbst in meinen eigenen Bekanntenkreis bekomme ich zu hören: Lass mich damit in Ruhe. Das interessiert mich nicht. Du hast ständig was zu meckern. Wenn alle das schreiben oder sagen, muss doch was drann sein.
    Ja Polizei und Justiz haben schon resigniert und diejenigen welche sich auflehnen werden kriminalisiert. Was aber, wenn die Migranten immer mehr Oberwasser bekommen, weil sie straffrei ausgehen und kein Deutscher mehr bei strafbaren Handlungen Hilfe leistet, weil er da sofort kriminalisiert wird. Was wenn die Bundeswehr nach den Vorstellungen von Flinten Uschi mit „kampferprobten jungen Männern“ aufgestockt ist und der Innlandseinsatz zu „Terrorbekämfung“ legal ist? Dann hilft nur noch auf dem Sofa sitzen und weinen.

  4. Habe es mit Genuss gelesen, denn es trifft die Situation auf den Punkt. Die Vorwürfe gegen die drei Helfer sind absurd. Wenn derlei Zivilcourage tatsächlich kriminalisiert werden würde, wer schützt dann in Zukunft kleine Mädchen, die belästigt, Renter, die beklaut, oder Jungs, die angegriffen werden?

  5. Herr Elbbiber, Sie sind ein Lügner! Mehrfach erwähnen Sie eine „drohend geschwungene Weinflasche“- nur ist diese in besagtem Video NIRGENDS zu sehen! Sie sollten sich dringend bei der „Lügenpresse“ bewerben!

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