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Geschichten aus der Elbaue


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Dresden HBF – 13. Februar 1945

Nachrichten auf MDR aktuell: Dresden. Für die Demonstrationen und Veranstaltungen rund um den 13. Februar wurden zehn Hundertschaften Polizei in der Stadt bereitgestellt. Am 13. Februar selbst sind keine Veranstaltungen geplant.

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Erst vor wenigen Wochen wurden noch Überreste von Bombenopfern gefunden. Quelle: Bild Dresden.

Der 13. Februar ist von Bedeutung und Ausmaß so etwas wie der Jahreshöhepunkt mit negativem Vorzeichen in Dresden. Inzwischen fällt es schwer, die zahlreichen Demonstrationen von links bis rechts auseinanderzuhalten. Deshalb soll an dieser Stelle hier nur ein winziger Ausschnitt des Themenkomplexes betrachtet werden. Er korrespondiert mit der nie endenden Frage, wieviele Menschen denn nun tatsächlich um den 13. Februar im Feuersturm umgekommen sind. Gebrannt hat das Zentrum mehrere Tage und Nächte.  Offiziell liegt der letzte Stand bei rund 25 000 Opfern. Eine eigens eingesetzte Historikerkommission kam zu diesem Schluss. Im Internet kursieren nach wie vor Zahlenangaben von bis zu 500 000. Noch zu DDR-Zeiten war zuletzt von 35 000 Toten, vorher offiziell von rund 250 000 die Rede. Wer wird es je wissen? Was immer wieder zum Nachdenken anregt, sind Meldungen in der örtlichen Presse wie diese vom November, wonach bei Baggerarbeiten im Dresdner Zentrum neben zahlreichen Artefakten einer ehemals dort ansässigen Fleischerei auch menschliche Überreste gefunden wurden.

Für einen Freund, alter Dresdner, jetzt in Rente, der zu DDR-Zeiten in der Leitung eines Wohnungsbaukombinates arbeitete, ist das nichts Ungewöhnliches. Was er erinnert, ist nicht repräsentativ und schon gar nicht wissenschaftlich. Aber es ist ein Mosaikstein, wie ihn viele Dresdner mit sich herumtragen. Bis in die Siebziger Jahre hinein sei man beim Graben im Dresdner Zentrum immer wieder auf die Reste jener Brandwoche nach dem 13. Februar 1945 gestoßen, erzählt er. Über manche Anekdoten kann man sogar lachen. Wie die von dem Baggerfahrer, der beim Ausheben der Baugrube für das Rundkino an der Prager Straße plötzlich aus seiner Kabine sprang, sich prüfend umsah, ob er auch nicht beobachtet werde und dann flink an einem  Hydraulikschlauch des Baggers manipulierte, bis das Öl herauslief. Kaputt. An diesem Tag ging es nicht mehr weiter. Nach Feierabend schlich er dann wieder zur Baustelle, um zu bergen, was er mit Adleraugen in Sekundenbruchteilen erspäht und schnell unter der Baggerschaufel hatte verschwinden lassen: Einen riesigen Bleiklumpen. Buntmetall. Damals heiß begehrt und beim Schrotthandel eine Menge Geld wert. An der Stelle, wo das Kino hinsollte, hatte früher eine kleine Elektrofirma ihren Sitz, die Batterien herstellte. Das Gebiet lag beim Angriff ziemlich im Zentrum des Bombenteppichs. Es blieb kein Stein auf dem anderen. Die Hitze des Feuersturms ließ die Batteriegehäuse verbrennen und das Blei zu einem gigantischen Klumpen zusammenschmelzen. Eine Anekdote zum Schmunzeln. Gern erzählt auf so mancher Familienfeier. Anderes ist dagegen eher nicht für gesellige Runden geeignet. Besonders im Bereich der heutigen Königsstraße fanden die Tiefbauer oft Keller an Keller, in denen noch die Toten waren. Viele verschüttet, manche aber auch noch sitzend aufgereiht in intakten Gewölben. Offenbar sanft eingeschlafen, weil durch die Hitze die Kohlenvorräte in den Kellern zu glimmen begannen und dabei das tödliche Kohlenmonoxid ausströmte. Wüste Kerle unter den LKW-Fahrern hatten gefundene Schädel auf die Seitenbegrenzer ihrer LKW  vom Typ S 4000 gesteckt und waren so zu ihrem Ergötzen und zum Erschrecken vieler Passanten durch die Stadt gefahren. Dafür gab es mächtig Ärger im Betrieb. Dennoch. Der gefühllose Umgang mit menschlichen Überresten, wenn auch nicht so offensichtlich und makaber, war eher die Regel als die Ausnahme.   Gefundene Knochenreste wurden damals oft und wenig pietätvoll mit zur Schutthalde gefahren. Es musste schnell gehen. Wohnraum wurde gebraucht. Man wollte nach vorn sehen, erinnert sich der Freund. Das alles sei aber ein Indiz, dass die offizielle Opferzahl nicht stimmen könne. Womöglich liegen heute noch Verschüttete im Dresdner Untergrund.

luftschutzDamals gelangte im Zuge einer solchen Baustelle auch ein unscheinbarerer Hefter in seinen Besitz, den er seither hütet wie einen Familienschatz. „Luftschutz-Kriegstagebuch Bf Dresden Hbf“ steht auf dem Einband.  Geführt hat es offenbar ein Bahnbeamter, der mit deutscher Gründlichkeit selbst das größte Chaos noch auf saubere Blätter bannte. Zumindest versuchte. Man überließ bei solcherart Dokumenten nichts dem Zufall oder der künstlerischen Freiheit der Beauftragten. In einer Art Manual ist festgehalten, nach welchem Schema die Meldungen zu verfassen sind. Penibel ist aufgeführt, was an rollendem Material verlorenging. Beginnend mit Personenwagen und ihrer Unterteilung in D-Zug-Wagen absteigend über Schlafwagen, Speisewagen bis zu den Gepäckwagen. Dazu Bemerkungen wie „Volltreffer, 6 Tote“.

Lassen wir an dieser Stelle  hochkant stehende Busse, Aufmärsche und Installationen hinter uns und abschließend ungekürzt und wertungsfrei  zwei Zeitzeugen der Ereignisse aus diesem Dokument zu Wort kommen:

Der Bfsch (Bahnhofsschaffner, Anm. d. A.) Paul Wittig sagt aus:

„Ich befand mich während des 2. Angriffes außerdienstlich in unserem Aufenthaltsraum. Nach Beendigung dieses Angriffes bin ich wegen des Feuers in den Nebenräumen durch den Nordturm in die LSR (Luftschutzräume). Die Treppe des Nordturmes und der LSR 1 waren sehr stark mit Reisenden besetzt. Viele riefen, wo denn die Notausgänge wären, denn es würde in den LSR brennen. Ich versuchte daher im Heizungsgang nach der Heizung und von dort nach dem Wiener Platz zu gelangen, aber durch den Brand der Baracke war es unmöglich diese Ausgänge zu benutzen. Durch den Sturm kamen brennende Bretter und Balken bis zur Bahnhofswand geflogen. Von hier hin ich zum Nordturm zurück und habe die Leute aufgefordert durch die Flammen ins Freie zu gehen. Selbst die Wehrmacht weigerte sich Ein Offizier der Luftwaffe erklärte mich für wahnsinnig, weil ich durch den Ausgang wollte. Mit einem einem  ganz Iahmen Mann bin ich durch den  Nordturm doch ins Freie hinaus nach dem Bismarckplatz.  Kurze Zeit später hat ein SS-Offizier den Ausgang gesperrt. Zeugin ist Brigitte Reichelt, Dresden-Alt, Malter Str. 28.“

Der OBfsch (Oberbahnhofschaffner) Ernst Schrei sagt aus:

„Ich hatte in der Nacht  vom 13. zum 14. Februar 1945 in den Luftschutzräumen Ordnerdienst zu leisten. Beim Umschalten der Beleuchtung von 100 auf 50 % begab ich mich in die Luftschutzräume, um nach der Beleuchtung zu sehen und die Notausgänge zu öffnen. Beim ersten Angriff war außer einigen Staubwolken nichts zu sehen. Nach dem Angriff verließen viele Leute die LSR und ich begab mich in die Bahnhofshallen, um dort bei den Fahrkartenausgaben Aufräumungsarbeiten zu leisten. Während einer Essenspause hörte ich, daß wieder Bomben fielen und ging auf dem schnellsten Wege bei der Dienstbriefstelle, Durchgang IV, durch den Notausgang in die LSR zurück. Mit Hilfe anderer Reisenden brannte ich die nach dem 1. Angriff gelöschten Notlampen wieder an. Alle LSR waren wieder mit Reisenden stark besetzt. Als ich mit dem Anbrennen der Notlampen fertig war, stellte ich mich in den Quergang, in der Nähe der Treppe gegenüber Bstg 7, auf. Plötzlich wurden wie alle durcheinander geworfen. Meine Mütze und Brille waren verschwunden. Der Luftdruck kam von dem Notausgang im Durchgang IV, von wo anschließend eine unheimliche Hitze hereinkam. Alle bückten sich bald bis zum Boden, da die Luft unten kühler war, denn in gerader Haltung war es nicht zum Aushalten. Später kam durch den Eingang ggü Bstg 7 strake Rauchwolken herein (sic). Alle kamen vor Hitze fast um und ich selbst konnte fast nichts mehr sehen. Ich ging nun nach dem Notausgang des Raumes 5, hier waren die Treppen verstopft und niemand wollte hinaus, weil über dem Ausgang die Räume des Handgepäcks I, der Gepäckträger, der EWV (Eisenbahnwirtschaftsverwaltung) u. a. ausbrannten. Nicht einmal Wehrmachtsangehörige wollten mir nach, viel weniger Frauen. Der Ausstieg gelang mir auch. Nachdem ich mich einige Minuten erholt hatte, versuchte ich durch denselben Ausgang wieder hinein zu kommen, der Ausgang war aber mit Türen von den Notaborten und Decken versperrt. Da ich durch keinen Eingang das Bahnhofsgebäude wieder betreten und mit meinen entzündeten Augen kaum etwas sehen konnte, stellte ich mich an die Straßenbahnhaltestelle, wo ich anderen Personen behilflich war.“


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Dresden und die Terrorbusse

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Einer der Busse, die jetzt in Dresden zu einem umstrittenen Kunstwerk aufgetürmt wurden. Foto: Beaverpress

In der sächsischen Staatskanzlei muss man sich doch die Haare raufen. Gerade war einmal so etwas wie gespannte Ruhe in Deutschlands heimlicher Skandalhauptstadt eingekehrt, die Pegida am Verglimmen – die AfD mit den Nachwirkungen der „H-Bombe“ vom 17. Januar beschäftigt, da wird doch die nächste Sau durchs sächsische Valley getrieben. In Gestalt von drei hochkant stehenden Bussen soll auf dem Neumarkt, vor Lutherdenkmal im Reformationsjahr und Frauenkirche, an die Schrecken des Krieges in Syrien gemahnt werden. Viele Dresdner verstehen das allerdings nur als eins: eine Provokation. Bewusst gesetzt vor den mit den Jahren immer heftiger deutungstechnisch umkämpften Tag des „Angriffs“ wie die drei Bomberwellen der Alliierten hier nur genannt werden, die die unverteidigte Stadt in den Tagen um den 13. Und 14. Februar 1945 trafen. Bereits einen Tag vor der öffentlichen Einweihung, als die Busse mittels eines Kranes aufgerichtet und auf extra gefertigten Stahlstützen montiert wurden, zog es viele zum Ort des Geschehens. Mal gucken, wie der Sachse sagt. Dabei kam es schon zu den ersten Irritationen. Viele nahmen durch die Veröffentlichungen an, dass es sich um „echte“ Busse aus dem Kriegsgebiet in Syrien handele. Mit Einschusslöchern und Brandflecken. Immerhin haben die Dresdner Erfahrungen mit so etwas. Die Trümmer der Frauenkirche wurden jahrzehntelang an Ort und Stelle gelassen wie sie im Februar 1945 gefallen waren, um an die Schrecken des Krieges und die Zerstörungskräfte zu mahnen, über die der Mensch verfügt. Jetzt allerdings standen hier drei zwar farblich etwas verblasste aber sonst relativ intakte Busse mit Aufschriften wie „Sparkasse Bayreuth“ , „Ihr Partner in Stadt und Land“ und „Bei uns erwartet Sie dieses Lächeln über 700 Mal“, daneben ein lachendes Frauengesicht. Sofort entspannen sich dazu typisch ostdeutsche Fachsimpeleien unter mehrheitlich älteren Passanten über die Beschaffenheit des jetzt sichtbaren Unterbodens und der Reifen mit dem Tenor: Die Busse wären in der DDR noch dreißig Jahre gefahren.

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Wenn es heißt, dass Kunst alles darf und auch provozieren soll, dann kann man die Installation wohl schon jetzt als Jahressieger in dieser Kategorie führen. Denn bereits zur Einweihung wurde klar, dass Teile der Zivilgesellschaft das „Kunstwerk“ nicht unwidersprochen hinnehmen wollen. Die Protagonisten kamen bei dem Pfeifkonzert und den Rufchören trotz Lautsprecheranlage kaum zu Wort. Zuvor hatten sich Sachsens SPD-Chef Martin Dulig und Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange den Menschen gestellt. Immerhin. Auch wenn vordergründig nicht viel dabei herauskam. Doch selbst am Tag danach wollte die in Dresden nicht sonderlich beliebte Wissenschaftsministerin einem suggestiv fragenden Redakteur von MDR aktuell nicht den Gefallen tun und nach einem irgendwie verschärften „Sicherheitskonzept“ bei solchen Anlässen das Wort reden. Auch nicht als der Redakteur fragte: „Sie haben sich doch sicher auch an die Pöbelleien des 3. Oktobers erinnert gefühlt?“

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Immerhin: Wissenschaftsminsterin Eva-Maria Stange und Wirtschaftsminister Martin Dulig, beide SPD, stellten sich der aufgebrachten Menge. Foto: beaverpress

Stange blieb unerwartet sachlich und nahm die Dresdner sogar in Schutz. Die Menschen seien eben sehr aufgeregt in diesen Zeiten und die Erinnerung an den 13. Februar etwas Besonderes in dieser Stadt. Jetzt nach einem wie auch immer gearteten Sicherheitskonzept zu streben, sei nicht die richtige Antwort. Immerhin sei genügend Polizei auf dem Platz gewesen. Doch das Problem ist gerade in Dresden und im Pegida-Umfeld ein anderes. Die Sicherheitskräfte haben es hier mit dem „Sebnitz-Effekt“ zu tun. Dort gab es im Sommer zum Deutschen Wandertag ähnliche Szenen als Bundespräsident Gauck ein Bad in der Menge nehmen wollte, das zum Spießrutenlauf in Richtung Dienstlimousine mit Rückendeckung durch behelmte Bundespolizisten wurde. Erkennt man beim Fußball oder anderen politischen Frontenstellungen die Kombattanten oft schon an ihren Dresscodes oder grob am Alter und typischen Gesten, fällt das gerade im konservativen Umfeld als Unterscheidungsmerkmal aus. Man weiß nicht, ob der graumelierte Herr mit Hut, Lodenmantel und sorgsam gestutztem Schnauzer im nächsten Moment sittsam klatscht und der Obrigkeit zustimmt oder plötzlich doch „Hau ab“ ruft und die Trillerpfeife zückt. Wie soll die Polizei hier die Spreu vom Weizen trennen? Bei einigen war das leicht. Sie gaben sich durch selbstgebastelte Schilder mit Aufschriften wie „Hilberts Schrottplatz“ und Ähnlichem zu erkennen. Viele andere aber nicht. Der umstrittene Einweihungstermin war gerade überstanden und die Leitmedien der Republik hatten trotz des nur regionalen Geschehens wieder verlässliche Tumultbilder aus Dresden für die überregionalen Sendungen heute und Tagesthemen, da wurde noch in der Nacht zu Tag zwei der Installation die nächste Eskalationsstufe eingeläutet. Denn sofort hatten sie Neugierige an die Rechner gesetzt und das Kunstwerk und seinen Hintergrund unter die Lupe genommen. Womit sich der nächste Skandal andeutet. Denn im Original war auf den Bussen in Aleppo die Flagge einer Terrormiliz gehisst, die vom Bundeskriminalamt als terroristische Vereinigung eingestuft wird. Dass Dresdens OB Dirk Hilbert als vielbeschäftigtes Stadtoberhaupt keine Bildkontrolle mittels Google vornimmt, ist verständlich. Als politisch Verantwortlicher muss er aber ausbaden, was in seiner Stadt so alles unter dem Deckmäntelchen des Wahren und Guten und mit ihm als Laudator veranstaltet wird. Schon in der Vorwoche hatte er die Gemüter seiner Dresdner wieder mit dem Stochern in der alten Wunde von Dresden als „schuldiger Stadt“ zum Kochen gebracht. Es ist nicht nur die nie abreißende Diskussion um die Opferzahl, die stets aufs Neue für Emotionen rund um den 13. Februar sorgt, sondern auch der leichtfertige Umgang mit den Gefühlen der Menschen. Reine Zeitzeugen, die es noch gibt, waren damals im Kindesalter. Aber in vielen Familien in der Stadt und im Umland sind die Erzählungen der Eltern und Großeltern, die den Feuersturm mit eigenen Augen sahen oder sogar überlebt haben, Teil tradierter Familiengeschichte wie sie zu Hochzeiten, Geburtstagen oder Jugendweihen weitergeben wird. Hilbert mag ein guter Wirtschaftsbürgermeister sein, aber in diesen Zeiten wünschte man sich einen gedankentiefen und historisch belesenen Reflektierer vom Schlage eines Richard von Weizsäcker und nicht einen Getriebenen seines rot-grünen Stadtrates, dessen einzige Markenzeichen seine Fülle und die harte Betonung weicher Konsonanten ist. Und so wird er es ertragen müssen, dass die Menschen auch zu anderen Anlässen „pöpeln“ wie er es in die Kameras des MDR sprach. Und das geht schon weiter, wenn auch nur im Internet.
Nach ersten Posts, die noch in der Nacht auf Facebook ihre Bahnen zogen, griff am Folgetag auch die örtliche Presse das Thema mit der Terroristenfahne auf. Ex-Pegida Frontfrau Tatjana Festerling formulierte drei Fragen an OB Hilbert mit Beantwortungsfrist binnen 24 Stunden. Lutz Bachmann meldete sich per Videoclip von den Kanaren und kündigte eine Privatklage seines Vaters als in seinen Gefühlen verletzter Betroffener der Bombennacht von 45 gegen das Terror-Denkmal an.
Ob das Dresdner Staatsschauspiel seinen Spielplan fürs erste Halbjahr komplett aussetzt, ist noch nicht bekannt. Die AfD jedenfalls setzt ihren Parteitag zur Listenwahl jetzt doch als Delegiertenparteitag und nicht wie von der Parteispitze favorisiert als Mitgliederparteitag fort, um unliebsame Listenkandidaten rauszukegeln. Und auch Akif Pirincci wird in Kürze wieder ein Gastspiel in der Landeshauptstadt geben. Das Amtsgericht Dresden hatte seine Rede zum Pegidageburtstag 2015 transkribiert, unter die Lupe genommen und dem Autor daraufhin „Volksverhetzung“ attestiert. Aber gegen Zahlung von 11 700 Euro könne man darüber hinwegsehen und das Volk seiner Verhetzung überlassen. Und genau an diesen Stellen stellt sich immer wieder die Frage, wieviele solcher „Fälle“ von Bachmann bis Pirincci die Verantwortlichen eigentlich noch brauchen, um zu begreifen, dass man politische Kämpfe, die man mit juristischen Mitteln weiterführen will, nur verlieren kann. Dulig und Stange, beide SPD, haben immerhin mit ihrem Erscheinen an einem zu Recht vermuteten Brennpunkt zu erkennen gegeben, dass sie die Botschaft verstanden haben. Sie stellten sich, wenn auch mit mäßigem Erfolg. Aber ein Anfang ist gemacht. Aber wann hört die CDU im Freistaat das Hupen der Busse vom Neumarkt? Autor Akif Pirincci hat bereits in einem freudig-triumphierenden Post auf Facebook angekündigt, dass er selbstverständlich in Widerspruch gehen und das dann stattfindende Verfahren als große Bühne zu nutzen gedenke. Was einen Tag später auch eine Meldung des MDR bestätigte. So schafft man Volksfeststimmung. Wir haben zum Glück auch keine anderen Probleme.