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Geschichten aus der Elbaue


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Dresden und die Terrorbusse

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Einer der Busse, die jetzt in Dresden zu einem umstrittenen Kunstwerk aufgetürmt wurden. Foto: Beaverpress

In der sächsischen Staatskanzlei muss man sich doch die Haare raufen. Gerade war einmal so etwas wie gespannte Ruhe in Deutschlands heimlicher Skandalhauptstadt eingekehrt, die Pegida am Verglimmen – die AfD mit den Nachwirkungen der „H-Bombe“ vom 17. Januar beschäftigt, da wird doch die nächste Sau durchs sächsische Valley getrieben. In Gestalt von drei hochkant stehenden Bussen soll auf dem Neumarkt, vor Lutherdenkmal im Reformationsjahr und Frauenkirche, an die Schrecken des Krieges in Syrien gemahnt werden. Viele Dresdner verstehen das allerdings nur als eins: eine Provokation. Bewusst gesetzt vor den mit den Jahren immer heftiger deutungstechnisch umkämpften Tag des „Angriffs“ wie die drei Bomberwellen der Alliierten hier nur genannt werden, die die unverteidigte Stadt in den Tagen um den 13. Und 14. Februar 1945 trafen. Bereits einen Tag vor der öffentlichen Einweihung, als die Busse mittels eines Kranes aufgerichtet und auf extra gefertigten Stahlstützen montiert wurden, zog es viele zum Ort des Geschehens. Mal gucken, wie der Sachse sagt. Dabei kam es schon zu den ersten Irritationen. Viele nahmen durch die Veröffentlichungen an, dass es sich um „echte“ Busse aus dem Kriegsgebiet in Syrien handele. Mit Einschusslöchern und Brandflecken. Immerhin haben die Dresdner Erfahrungen mit so etwas. Die Trümmer der Frauenkirche wurden jahrzehntelang an Ort und Stelle gelassen wie sie im Februar 1945 gefallen waren, um an die Schrecken des Krieges und die Zerstörungskräfte zu mahnen, über die der Mensch verfügt. Jetzt allerdings standen hier drei zwar farblich etwas verblasste aber sonst relativ intakte Busse mit Aufschriften wie „Sparkasse Bayreuth“ , „Ihr Partner in Stadt und Land“ und „Bei uns erwartet Sie dieses Lächeln über 700 Mal“, daneben ein lachendes Frauengesicht. Sofort entspannen sich dazu typisch ostdeutsche Fachsimpeleien unter mehrheitlich älteren Passanten über die Beschaffenheit des jetzt sichtbaren Unterbodens und der Reifen mit dem Tenor: Die Busse wären in der DDR noch dreißig Jahre gefahren.

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Wenn es heißt, dass Kunst alles darf und auch provozieren soll, dann kann man die Installation wohl schon jetzt als Jahressieger in dieser Kategorie führen. Denn bereits zur Einweihung wurde klar, dass Teile der Zivilgesellschaft das „Kunstwerk“ nicht unwidersprochen hinnehmen wollen. Die Protagonisten kamen bei dem Pfeifkonzert und den Rufchören trotz Lautsprecheranlage kaum zu Wort. Zuvor hatten sich Sachsens SPD-Chef Martin Dulig und Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange den Menschen gestellt. Immerhin. Auch wenn vordergründig nicht viel dabei herauskam. Doch selbst am Tag danach wollte die in Dresden nicht sonderlich beliebte Wissenschaftsministerin einem suggestiv fragenden Redakteur von MDR aktuell nicht den Gefallen tun und nach einem irgendwie verschärften „Sicherheitskonzept“ bei solchen Anlässen das Wort reden. Auch nicht als der Redakteur fragte: „Sie haben sich doch sicher auch an die Pöbelleien des 3. Oktobers erinnert gefühlt?“

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Immerhin: Wissenschaftsminsterin Eva-Maria Stange und Wirtschaftsminister Martin Dulig, beide SPD, stellten sich der aufgebrachten Menge. Foto: beaverpress

Stange blieb unerwartet sachlich und nahm die Dresdner sogar in Schutz. Die Menschen seien eben sehr aufgeregt in diesen Zeiten und die Erinnerung an den 13. Februar etwas Besonderes in dieser Stadt. Jetzt nach einem wie auch immer gearteten Sicherheitskonzept zu streben, sei nicht die richtige Antwort. Immerhin sei genügend Polizei auf dem Platz gewesen. Doch das Problem ist gerade in Dresden und im Pegida-Umfeld ein anderes. Die Sicherheitskräfte haben es hier mit dem „Sebnitz-Effekt“ zu tun. Dort gab es im Sommer zum Deutschen Wandertag ähnliche Szenen als Bundespräsident Gauck ein Bad in der Menge nehmen wollte, das zum Spießrutenlauf in Richtung Dienstlimousine mit Rückendeckung durch behelmte Bundespolizisten wurde. Erkennt man beim Fußball oder anderen politischen Frontenstellungen die Kombattanten oft schon an ihren Dresscodes oder grob am Alter und typischen Gesten, fällt das gerade im konservativen Umfeld als Unterscheidungsmerkmal aus. Man weiß nicht, ob der graumelierte Herr mit Hut, Lodenmantel und sorgsam gestutztem Schnauzer im nächsten Moment sittsam klatscht und der Obrigkeit zustimmt oder plötzlich doch „Hau ab“ ruft und die Trillerpfeife zückt. Wie soll die Polizei hier die Spreu vom Weizen trennen? Bei einigen war das leicht. Sie gaben sich durch selbstgebastelte Schilder mit Aufschriften wie „Hilberts Schrottplatz“ und Ähnlichem zu erkennen. Viele andere aber nicht. Der umstrittene Einweihungstermin war gerade überstanden und die Leitmedien der Republik hatten trotz des nur regionalen Geschehens wieder verlässliche Tumultbilder aus Dresden für die überregionalen Sendungen heute und Tagesthemen, da wurde noch in der Nacht zu Tag zwei der Installation die nächste Eskalationsstufe eingeläutet. Denn sofort hatten sie Neugierige an die Rechner gesetzt und das Kunstwerk und seinen Hintergrund unter die Lupe genommen. Womit sich der nächste Skandal andeutet. Denn im Original war auf den Bussen in Aleppo die Flagge einer Terrormiliz gehisst, die vom Bundeskriminalamt als terroristische Vereinigung eingestuft wird. Dass Dresdens OB Dirk Hilbert als vielbeschäftigtes Stadtoberhaupt keine Bildkontrolle mittels Google vornimmt, ist verständlich. Als politisch Verantwortlicher muss er aber ausbaden, was in seiner Stadt so alles unter dem Deckmäntelchen des Wahren und Guten und mit ihm als Laudator veranstaltet wird. Schon in der Vorwoche hatte er die Gemüter seiner Dresdner wieder mit dem Stochern in der alten Wunde von Dresden als „schuldiger Stadt“ zum Kochen gebracht. Es ist nicht nur die nie abreißende Diskussion um die Opferzahl, die stets aufs Neue für Emotionen rund um den 13. Februar sorgt, sondern auch der leichtfertige Umgang mit den Gefühlen der Menschen. Reine Zeitzeugen, die es noch gibt, waren damals im Kindesalter. Aber in vielen Familien in der Stadt und im Umland sind die Erzählungen der Eltern und Großeltern, die den Feuersturm mit eigenen Augen sahen oder sogar überlebt haben, Teil tradierter Familiengeschichte wie sie zu Hochzeiten, Geburtstagen oder Jugendweihen weitergeben wird. Hilbert mag ein guter Wirtschaftsbürgermeister sein, aber in diesen Zeiten wünschte man sich einen gedankentiefen und historisch belesenen Reflektierer vom Schlage eines Richard von Weizsäcker und nicht einen Getriebenen seines rot-grünen Stadtrates, dessen einzige Markenzeichen seine Fülle und die harte Betonung weicher Konsonanten ist. Und so wird er es ertragen müssen, dass die Menschen auch zu anderen Anlässen „pöpeln“ wie er es in die Kameras des MDR sprach. Und das geht schon weiter, wenn auch nur im Internet.
Nach ersten Posts, die noch in der Nacht auf Facebook ihre Bahnen zogen, griff am Folgetag auch die örtliche Presse das Thema mit der Terroristenfahne auf. Ex-Pegida Frontfrau Tatjana Festerling formulierte drei Fragen an OB Hilbert mit Beantwortungsfrist binnen 24 Stunden. Lutz Bachmann meldete sich per Videoclip von den Kanaren und kündigte eine Privatklage seines Vaters als in seinen Gefühlen verletzter Betroffener der Bombennacht von 45 gegen das Terror-Denkmal an.
Ob das Dresdner Staatsschauspiel seinen Spielplan fürs erste Halbjahr komplett aussetzt, ist noch nicht bekannt. Die AfD jedenfalls setzt ihren Parteitag zur Listenwahl jetzt doch als Delegiertenparteitag und nicht wie von der Parteispitze favorisiert als Mitgliederparteitag fort, um unliebsame Listenkandidaten rauszukegeln. Und auch Akif Pirincci wird in Kürze wieder ein Gastspiel in der Landeshauptstadt geben. Das Amtsgericht Dresden hatte seine Rede zum Pegidageburtstag 2015 transkribiert, unter die Lupe genommen und dem Autor daraufhin „Volksverhetzung“ attestiert. Aber gegen Zahlung von 11 700 Euro könne man darüber hinwegsehen und das Volk seiner Verhetzung überlassen. Und genau an diesen Stellen stellt sich immer wieder die Frage, wieviele solcher „Fälle“ von Bachmann bis Pirincci die Verantwortlichen eigentlich noch brauchen, um zu begreifen, dass man politische Kämpfe, die man mit juristischen Mitteln weiterführen will, nur verlieren kann. Dulig und Stange, beide SPD, haben immerhin mit ihrem Erscheinen an einem zu Recht vermuteten Brennpunkt zu erkennen gegeben, dass sie die Botschaft verstanden haben. Sie stellten sich, wenn auch mit mäßigem Erfolg. Aber ein Anfang ist gemacht. Aber wann hört die CDU im Freistaat das Hupen der Busse vom Neumarkt? Autor Akif Pirincci hat bereits in einem freudig-triumphierenden Post auf Facebook angekündigt, dass er selbstverständlich in Widerspruch gehen und das dann stattfindende Verfahren als große Bühne zu nutzen gedenke. Was einen Tag später auch eine Meldung des MDR bestätigte. So schafft man Volksfeststimmung. Wir haben zum Glück auch keine anderen Probleme.


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Sachsens Spitze erklärt sich – de luxe

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Rund 35 000 Menschen lauschten am Sonnabend in Dresden der Spitze von Stadt und Land. Foto: leo

Es war eine machtvolle Kundgebung in Dresden am Sonnabendnachmittag vor der Frauenkirche. Auch wenn das nach Gewerkschaft klingt. Wer es bestritte, müsste sich zu Recht den Vorwurf „Lügenpresse“ gefallen lassen. Der Platz vor der Frauenkirche war schwarz von Menschen. Auch die seitlichen Gassen waren „zu“. Und selbst während der Veranstaltung strömten immer noch Menschenmengen aus der Innenstadt dazu. Darunter können auch Einkaufsbummler oder Touristen gewesen sein, aber die Veranstaltung hatte das nicht nötig. Es waren Massen da. Die Zahl 35 000 wurde genannt. Die Redner, allen voran Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU), sagten relativ vorhersehbare Dinge, die jeder vernünftige Mensch ohne zu zögern unterschreiben würde. Dresden sei weltoffen, heiße Menschen anderen Glaubens und anderer Hautfarbe willkommen. Keine Frage.
Und es war sicher auch mehr als eine Selbstvergewisserung des linken Spektrums, das durch die anhaltenden Pegidaproteste dringend nach Zuspruch verlangte. Darauf deutete die Losung auf einem Transparent, das direkt vor der Bühne entfaltet wurde: „Schön, dass ihr auch schon da seid“. Und da waren sie nun. Neben Dresdens Oberbürgermeisterin auch der Betriebsrat eines großen Dresdner Elektronikkonzerns, eine Unternehmerin, die Vertreter der jüdischen und der moslemischen Gemeinde, der Sprecher des Studentenrates der TU Dresden und als Knüller, nur einen Tag vorher angekündigt, der Schlagersänger Roland Kaiser. Und natürlich Stanislaw Tillich (CDU), der Sächsische Ministerpräsident. Mit dabei hatte er seinen Junior Martin Dulig von der SPD, der aber nichts sagte und nur so mit auf der Bühne stand. Wenn die AfD nicht die politischen Verhältnisse bei der Landtagswahl am 25. August des Vorjahres durcheinandergebracht hätte, stünde hier heute noch ein FDP-Mann. Ob er was zu sagen hätte, ist eine andere Frage. Wie eine versöhnende Mutter sprach Helma Orosz, dass sie hier nicht gegen etwas oder die Pegida-Leute stehe, sondern für Dresden. Sie bekam mehr Applaus als ihr Ministerpräsident.
Die Dramaturgie hatte dessen Rede an die letzte Stelle gesetzt. Und so musste sich die Masse anderthalb Stunden gedulden, bis sich nun endlich der Mann einmal direkt und nicht vermittelt durch Pressezitate zu den Vorgängen in seiner Landeshauptstadt äußert, die wie Tillich selbst bemerkte, auch international wahrgenommen werden. Es war eine vorsichtige Annäherung. Tillich sprach von den Menschenpflichten und der Weltoffenheit des Landes. Aber auch von Bürgern, die offenkundig Angst vor einer Überfremdung hätten. Oder von solchen, die 30 Bewerbungen geschrieben und trotzdem keinen Job bekommen haben. Etwas langatmig erklärte Tillich wie man bei der Schaffung von Arbeitsplätzen vorangekommen sei. Das brachte ihm einen Zwischenruf ein, es sei die falsche Veranstaltung. Während seiner Rede entrollten Jugendliche ein Transparent auf dem stand: Winterabschiebestopp statt warmer Worte. Ob sich Tillich für diese Idee seines MP-Nachbarn Ramelow in Thüringen erwärmen kann, ist eher nicht zu erwarten. Zumal die Dresdner Staatsanwaltschaft diesen gerade ins Visier genommen hat. Doch das waren Zwischentöne, die die Stimmung nicht wirklich trüben konnten. Schließlich sorgte auch die Dresdner Band „Yellow Umbrella“ für gute Laune. Ein großes Plus der Linken, die bei ihren Veranstaltungen bisher wirklich immer schöne Musik machen.
Eine gelungene Veranstaltung, fand auch Politikwissenschaftler Werner Patzelt, der sich wieder unters Volk gemischt hatte. „Ich bin ein bisschen mit langen Zähnen hierher gegangen“, sagte er. Er habe die Aufrufe der verschiedenen Institutionen an ihre Mitarbeiter gelesen. „Wie früher zum ersten Mai“, so Patzelt. „Dennoch habe ich das Gefühl, dass die Leute gern hier waren.“ Eine runde Sache also. Bürgerschaftliches Engagement at it´s best.
Und doch bleibt beim auf Fairness bedachten Beobachter ein Nachgeschmack. Betrachtet man den „Versuchsaufbau Antwort auf Pegida“ mal streng wissenschaftlich, in einer Stadt mit einer Technischen Universität muss das möglich sein, stellt man fest: Dieser Versuchsaufbau war nicht nur optimal, er war ideal.
Der Hörfunk hatte schon Tage zuvor im Stundentakt innerhalb seiner Nachrichten auf diese Veranstaltung hingewiesen. Oft sogar an erster Stelle. Die Zeitungen haben ausführlich und in großer Aufmachung angekündigt. Auf die lancierten abfotografierten Schreiben, die durchs Internet geistern, in denen Behördenleiter ihre Mitarbeiter zur Teilnahme auffordern, soll hier nicht näher eingegangen werden. Dazu passend macht schon länger die Runde, dass umgekehrt Pegidagängern mit arbeitsrechtlichen Schritten gedroht wurde.
Auch der arbeitsfreie Sonnabend bei lauer Luft war gut geeignet, Auswärtige nach Dresden zu locken, beziehungsweise hat es auswärtigen Behörden erlaubt, ihre Mitarbeiter herzuschaffen. Und der Name Roland Kaiser dürfte sein übriges beigetragen haben, auch wenn Der Schlagerbarde nicht sang. Der Künstler füllt in Dresden nahezu jede Veranstaltungsimmobilie. Es wäre eine lohnende Aufgabe für Soziologen und Statistiker, die Teilnehmerzahlen unter Einbeziehung dieser Faktoren zu wichten.

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Die Veranstaltung wurde mit professioneller Konzerttechnik und Hotel-Catering im VIP-Bereich absolviert. Foto: leo

Und dann die Veranstaltung selber. Man konnte schon den Eindruck bekommen, dass es sich hier um eine Demonstration de luxe handelt. Nicht unbedingt weil „Die Linke“-Fahnen so schön im Wind vor dem Schriftzug „Champagner-Lounge“ flatterten. Sondern beispielsweise wegen diesem kleinen Zelt links neben der Bühne, hinter der Polizeiabsperrung. Vor dem standen zwei hübsche Mädchen mit der Aufschrift „Hilton Catering“ auf ihren Jacken. Immer wenn sie mal den Reißverschluss zu dem Zelt lüpften, etwa, um einen Musiker mit seinem Lachsbrötchen wieder rauszulassen, sah man hübsch drapierte Leckereien auf etlichen Etagentellern. Dazu Kaffee, Cola, Wasser. Was das Herz begehrt. Kursachsen eben. Auf der Bühne wurde von Flüchtlingselend gesprochen. Rechts von der Bühne standen zwei spitzhütige Zelte. „Das ist für Interviews“, erklärte ein Polizist, der davor Wache hielt. Und dann die Bühne selber. Eine Aluminiumkonstruktion stützte das Dach mit der daran hängenden Armada von Lautsprechern und Strahlern. Wegen des heraufziehenden Sturmes hatte man die Bühne mit beschwerten Gitterboxpaletten verankert. Allein diese Bühne baut man nicht in ein paar Stunden auf. Eine Lautsprecheranlage, die der bei Rockkonzerten schon bedenklich nahe kam, sorgte dafür, dass die Reden bis in den letzten Winkel gehört werden konnten. Kein Vergleich zu dem Megafon oder der schwachbrüstigen Audioanlage, die zuletzt bei Pegida verwendet wurde. Von dem Verkaufsanhänger ganz zu schweigen. Die Choreografen am Sonnabend hatten sich in Sachen Akustik richtig Gedanken gemacht. So standen an bestimmten Plätzen abseits der Bühne zusätzliche Hebebühnen, die weitere Lautsprecherbatterien trugen. Gesteuert wurde diese ausgeklügelte Technik aus einem Container in der Mitte des Platzes. Auch das erinnerte an Rockkonzerte. Bei der Bekanntgabe der Besucherzahlen hielt man sich nicht wie montags üblich mit dem Verweis auf die Polizei auf, sondern zitierte gleich den Veranstalter.

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Vor allem Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) war danach noch viel gefragt. Foto: leo

Dennoch bleibt ein Patt. Beide Seiten mobilisieren Zehntausende. Die einen mit Rückenwind aus Medien und Verwaltung, die anderen dagegen. Oder gerade deswegen. Das ist der Stand. Mehr kam bisher nicht heraus. Doch was nun? Tausende Menschen aus politischen Gründen auf der Straße. Das gab´s schon lange nicht, kann aber auch nicht ewig so weiter gehen. Politik sollte versöhnen, heißt es immer. Und dabei ist Phantasie gefragt. Vor allem bei den gewählten Machthabern. Vielleicht sollte Helma Orosz doch nicht Ende Februar in Rente gehen. Ihre Sätze klangen ganz vernünftig und verständnisvoll. Und so etwas wird jetzt dringend gebraucht.