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Geschichten aus der Elbaue


Ein Kommentar

„Verschwörungstheoretiker“ füllt Sachsens größten Hörsaal

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Der Schweizer Historiker Dr. Daniele Ganser sorgte mit seinem Vortrag dafür, dass das Auditorium Maximum der Technischen Universität Dresden bis auf den letzten Platz ausverkauft war. Selbst auf den Treppen saßen und standen Interessierte.                                                  Foto: beaverpress

So ein Menschenauflauf bringt selbst Studenten einer deutschen „Exzellenzuniversität“ noch zum Staunen. „Scheint ja etwas Interessantes zu sein“, sagte ein junge Frau zu ihrem Begleiter als beide am Dienstag gegen 19 Uhr das Gebäude des Audimax der TU Dresden betraten und sich erstaunt umblickten.  Zu diesem Zeitpunkt stand eine Schlange bereits im rechten Winkel durch den gesamten Vorraum des größten Hörsaals der Elbmetropole. Das Publikum: gemischt aus Jung und Alt. Der Saal, laut Wikipedia für rund 900 Personen ausgelegt, zugleich das größte Auditorium des Freistaates Sachsen, war am Ende bis auf den letzten Platz belegt. Selbst auf den Treppen am Rand saßen Zuhörer. Und alles zahlende Gäste. Zwölf Euro kostete die Karte. Alle waren gekommen, um nur einem zuzuhören: Dr. Daniele Ganser. Der Schweizer Historiker hatte allerdings marketingtechnisch alle Trümpfe auf seiner Seite. Interessante Veranstaltungen erkennt man speziell in Dresden schon lange an der Zahl der Polizeiwagen vor dem Veranstaltungsort. Hier war es allerdings nur einer. Da hat Sarrazin noch die Nase vorn, wenn er auch beim letzten Mal weniger Zuhörer hatte. Aber die Medien erwiesen sich wieder als treue Werber, indem sie den Redner vorab mit dem verkaufstreibenden Attribut „umstritten“ und dem Ehrentitel „Verschwörungstheoretiker“ anpriesen. Gleichzeitig wurde die Uni selbst als blauäugig und nachlässig bei der Vermietung ihrer Liegenschaften gegeißelt. Die Jusos forderten noch in einer extra Erklärung, die dankbar von zahlreichen Medien aufgegriffen wurde, dass man solchen Leuten kein Forum bieten solle. Ohne Belege wurde angeführt, Ganser hätte an einer Konferenz teilgenommen, auf der der Holocaust geleugnet worden wäre.

Die Jusos. Wir erinnern uns. Das ist die Truppe mit Mitgliedern in ihren Reihen, die das neuerliche Abfackeln von Dresden einschließlich Massenmord ganz gut fänden. Gleichzeitig wittert man in dem Mann eine Gefahr, der sich ein paar kritische Gedanken um den Einsturz einiger Gebäude in New York macht.

Nach diesem medialen Vorspiel konnte nichts mehr schiefgehen und es verwunderte  nicht, dass sich am Einlass fast ähnliche Szenen abspielten wie beim letzten AC/DC-Konzert in der Elbestadt und ein Run auf Restkarten samt privatem Last-Minute-Handel einsetzte. Die Veranstalter konnten zufrieden sein. Das Ganze findet im Rahmen der Reihe „Dresdner Gespräche“ statt. Dieses Format ist eine Initiative von Dresdner Firmen wie dem noblen Dresdner Piano Salon, der Viacarus GmbH oder der Weltbuch Verlag GmbH, um nur einige zu nennen. Ganser selbst wird von seinen Lesern fast wie ein Popstar gefeiert. Der Vortrag begann mit einer Dreiviertelstunde Verspätung, weil Fans sich Bücher signieren ließen und Selfies mit ihrem Idol machten. Er gab jedem die Hand und stellte sich bereitwillig vor Dutzenden gezückter Handy in Positur. Sein „Thema“ ganz generell ist der 11. September und was sich daraus entwickelte. Laut eigener Darstellung waren es seine Forschungen rund um den Anschlag auf das World Trade Center 2001 in New York, die ihn erst zum Zweifler und schließlich zum Ausgestoßenen aus dem etablierten Wissenschaftsbetrieb machten. Dabei kann er sich tatsächlich entspannt zurücklehnen und seine auch an diesem Abend gestellte Kernfrage in die Runde werfen: Zwei Flugzeuge – drei eingestürzte Gebäude? Die Erklärungsnot liegt eindeutig bei der anderen Seite. Dabei zeigt Ganser Zeitlupenaufnahmen des inzwischen schon legendären WTC-7-Gebäudes, auf denen man erkennt, dass die Ecken des Gebäudes parallel absacken. Für Experten der untrügliche Hinweis, dass es gezielt gesprengt wurde. Ganser geht dazu noch mehr ins Detail und präsentiert Baupläne des Hauses, die über die Trägerstruktur Aufschluss geben. Den Kern bilden 79 senkrechte Säulen, die bei einem so sauberen Zusammensacken des Gebäudes nach Auskunft von Experten alle in derselben Sekunde gesprengt worden sein müssten.

Aber warum das Ganze, wenn man der These des inszenierten Anschlags folgt? Ganser fasst seine Gedanken mit dem griffigen Satz zusammen: „Wie bekommt man die Schafherde über die Klippe? Mit einem großen Knall.“ Anders seien die nachfolgenden und bis heute andauernden Kriege „gegen den Terror“ nicht zu erklären. Die Linien der amerikanischen Kriegspolitik, die Ganser aus der Vergangenheit in die Gegenwart zieht, sind leicht nachzuverfolgen. Es sind heute auch im Mainstream und nach Öffnung der Archive lässt anerkannte Fakten, dass die Kriege in Vietnam, Nicaragua und Kuba mit Provokationen der US-Army oder der CIA begannen. Erinnert sei dabei nur an die jüngste Lüge von den Massenvernichtungswaffen Saddam Husseins. Ganser rankt seinen Vortrag entlang der Kapitelfolge seines neuen Buches „Illegale Kriege“. Untertitel: „Wie die Nato-Länder die UNO sabotieren – Eine Chronik von Kuba bis Syrien.“ Und er muss dabei nicht mal besonders tief graben. Erschreckend sei, so Ganser, dass eine Umfrage unter im Irak stationierten amerikanischen Soldaten ergeben habe, dass diese meinten wegen der Anschläge des 11. September dort zu sein. „Das ist nur mit Brainwash zu erklären“, so Ganser. Im Ganzen birgt sein Vortrag für den kritischen Mediennutzer und Internetstöberer wenig Neues. Doch besonders bei älteren Zuhörern war immer mal zustimmendes Gemurmel zu vernehmen. Erkenntnisgewinn auch für politisch Interessierte brachte Gansers detaillierte Darstellung der wahren Hintergründe des Syrienkonflikts, welche einzig und allein auf dem Wettlauf zur Ausnutzung des größten jemals entdeckten Erdgasfeldes im Persischen Golf fußen. Die Gestaltung seines Vortrages ist eine Mischung aus Politinfotainment mit Anklängen einer Erweckungspredigt und einer Prise Eitelkeit. Etwa, wenn er wie beiläufig erwähnt, dass er erst kürzlich einen Vortrag in Paris gehalten haben. „Tout en francais“. Dazu sein fast schon pastoral wiederholter Satz: „Das Leben ist heilig. Wenn sie diesem Leitsatz folgen, sind sie immer richtig.“ Man hatte das Gefühl, es müsse noch was kommen, ein Knüller, etwas Ungeheuerliches, dass den Furor und Alarmismus der Gegner vorab wenigstens in Ansätzen rechtfertigen würde. Was Ganser vorträgt, liest und sieht man selten bis gar nicht in Mainstreammedien, ist aber auch nicht das große Geheimwissen. Viele Zitate und Dokumente sind aus Büchern oder Publikationen bekannt. Wenn man danach sucht oder wach das Internet durchstreift, abseits von Spielen und Klamauk. Ganser stellt die bekannten Fakten nur stringent zusammen und erzählt sie anhand eines roten Fadens. Diese Erzählung wirft in der Tat kein gutes Licht auf die Akteure der Politik. In der zweiten Ableitung ist Gansers Darstellung eher eine schonungslose Abrechnung mit den Medien, ihren Hauptakteuren und Manipulationstechniken, wenn er beispielsweise Spiegeltitel aufgreift und sie als reine Kriegspropaganda entlarvt.  Wahrscheinlich ist es eher das, was man ihm so übel nimmt. Vor dem Eingang hatte sich eine Gruppe Jugendlicher gelagert, von denen einer einen selbstgefalteten Aluhut trug. Nach diesem Vortrag hätte man diesem sagen können: Der steht Dir selber ganz gut.  Denn Ganser verweist in seinen Beiträgen an etlichen Stellen auf die Friedensbewegung und bringt Zitate linker Politiker wie Sarah Wagenknecht, die er als „klug und mutig“ bezeichnet. Und er ermutigt seine Hörer, nicht zu verzagen, wenn sie das Gefühl hätten, nichts zu bewirken gegen die Kriegspolitik, die sie  selbst nicht gutheißen. „Sie können entscheiden, was sie lesen, ob der Fernseher aus bleibt und was sie sich auf youtube anschauen und mit anderen teilen. Machen sie das und seien sie kritisch.“


Ein Kommentar

PEGIDA – Der Kampf um die Deutungshoheit

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Auch solche „Parolen“ waren bei der PEGIDA-Demo am Montag zu sehen.

Das politische Dresden hat am 8. Dezember unzweifelhaft einen Höhepunkt erlebt. Man muss inzwischen tatsächlich bis in den Herbst 89 zurückgehen, um Demonstrationen vergleichbarer Größe zu finden. Doch in diesem Winter ist es anders. Hier steht nicht das Volk relativ kompakt gegen die Obrigkeit, sondern es ist gespalten. Das Fernsehen, dem man seine Staatsnähe aufgrund seiner Organisationsstruktur schlecht absprechen kann, steht wie damals gegen den sich spontan formierenden Protest aus der Bevölkerung. Die Presse übt sich in vorsichtiger Annäherung. PEGIDA – heißt die Wortschöpfung, die das politische Establishment in Aufregung versetzt. Gegen Glaubenskriege auf deutschen Straßen, heißt das Leitmotiv der aus dem scheinbaren Nichts entstandenen Bewegung. Grund dafür waren die Vorkommnisse, die sich im Sommer in Deutschland abspielten als Ausländer auf die Straßen gingen und unsägliche Dinge an die Adresse der Juden riefen. Von der Politik und der Staatsgewalt wurden diese Ausbrüche, sagen wir, eher moderierend begleitet. Es waren keine Deutschen, die da „Juden ins Gas“ riefen. Einen solchen Fall hat das Gesetz aber nicht vorgesehen. Ausländer tauchen im Wahrnehmungsraster nur als Opfer auf, nie als Täter oder gar geistige Brandstifter. Was tun? Flugs war von einem alten Antisemitismus aus der „Mitte der Gesellschaft“ die Rede. Aus der Mitte der Parallelgesellschaft hätte es besser heißen müssen. Und dagegen steht PEGIDA. Seit die Demonstrationen unter diesem Kürzel im Oktober begannen, gewinnen sie rasant an Zulauf. Am Montag waren es fast 11 000. Wann gab es das zuletzt? Mit den Gegendemonstranten waren fast 20 000 Menschen aus politischen Gründen auf den Beinen. Die Vorgänge in Dresden schaffen es inzwischen sogar bis in die angelsächsische Presse. Es scheint, dass die Macher der Protestdemos einen Nerv der Gesellschaft getroffen haben. Menschen aus allen Schichten, wie es inzwischen medienübergreifend zugegeben wird, gehen wieder auf die Straße. Und wie 89 mit der Grundstimmung: So kann es nicht weitergehen. Der Zündfunke hier ist die Asylpolitik, bei der man der Regierung im besten Fall nur Konzeptlosigkeit vorwirft.
Nach einer kurzen Schockstarre setzte die übliche schulmedizinische Behandlung durch die Medien ein. Nach dem anfänglichen Verschweigen, wurde intensiv nach Rechten und rechtem Gedankengut bei der Sache gefahndet. Schnell wurden aus den Zielen der Organisatoren wahlweise „Demos gegen Asyl“, „gegen Ausländer“ oder gleich ganz gegen „den Islam“. Distanzieren sich die Redner ausdrücklich von den unterstellten Zielen, heißt es, sie „geben vor“ das zu tun. Es zählt nicht, was gesagt wird, sondern, was unterstellt werden kann.
Die letzte Stufe im allgemeinen Empörungszeremoniell wurde nun am 8.12. erreicht. Das Marschieren der derzeit Mächtigen Seit an Seit. Da standen nun der Tillich und sein Dulig vor den Studenten der TU Dresden, die von ihrer Hochschulleitung zur Demo aufgefordert wurden, den Leuten von der Linkspartei, die gerade in Thüringen das Rad der Geschichte zurückdrehen, den aufrechten Gewerkschaftern und was nicht noch alles. Ihre Musik war laut, die Technik professionell und die Fahnen offensichtlich aus einem gut finanzierten Fundus. Und sie gaben vor, den Ruf Dresdens als weltoffene Stadt verteidigen zu müssen.
Ironie der Geschichte ist nur, dass ausgerechnet die verteufelten PEGIDA-Leute einen echten Ausländer auf die Redner-Bühne brachten. Ein Holländer, von dem bisher nur sein Vorname Edwin, genannt Ed, öffentlich bekannt ist. Im Internet hat er es schon zu einer gewissen Berühmtheit durch eine Videosequenz am Rande der HOGESA-Veranstaltung in Hannover gebracht. Er stellte sich vor als Vater von drei Kindern und sagte einen Satz, der wie in Leuchtschrift über den Gegendemos stehen könnte. „Unsere Gegner laufen einem Traum hinterher“. Wer wissen wolle, wie Multikulti in Wirklichkeit aussehe, der müsse nur mal einen bestimmten Stadtteil von Den Haag besuchen. „Das ist die Hölle“, sagte er. Juden, Schwule oder westlich gekleidete Frauen würden dort von Salafisten verfolgt, und das nicht nur nachts, sondern auch am Tage. Auch in den Niederlanden habe man das Problem immer klein geredet. Bis es jetzt ein Großes sei und man es nicht mehr beherrsche. Jeder Vierte würde inzwischen Geert Wilders wählen.
Passend zu seinen Worten wurden auch die Vorkommnisse rund um die Asylunterkunft Großröhrsdorf thematisiert. Dort hatten Asylbewerber einen Passanten niedergestochen und zusätzlich Feuer gelegt. Inzwischen soll die Unterkunft bis Weihnachten geschlossen werden und der Landkreis Bautzen habe einen Aufnahmestopp für Asylbewerber verfügt, wurde vorgelesen. Der Abschluss der Demo wurde dann doch noch eine Art Umzug, weil die Menschenmassen einfach zu groß waren und von der Polizei in einige, wenige Bahnen gelenkt wurden.
Als Fazit bleibt das diffuse Gefühl, dass derzeit etwas in Bewegung geraten ist, dessen Ausgang mehr als ungewiss ist. Die Herrschenden, die auch die Deutungshoheit über den öffentlichen Diskurs beanspruchen (siehe Helma Orosz und der Ruf „Wir sind das Volk“) müssen erleben, dass ihnen genau das entgleitet. Es sollte nachdenklich stimmen, dass gegen ein Trommelfeuer der Medien und sogar der aus der DDR bekannten Androhung arbeitsrechtlicher Konsequenzen, wie vom Rektor der TU Dresden gegenüber Mitarbeitern bekannt wurde, immer mehr Menschen zu den PEGIDA-Demonstrationen kommen. Teilweise aus Halle, Chemnitz und vielen anderen kleinen Orten. Am 8.12. wurde sogar eine Berlin-Fahne geschwenkt. Auf einem Schild war „Athen“ zu lesen. Man kann sich das Potential hochrechnen, das in dieser Bewegung steckt, wenn diese Menschen auf eigene Kosten und eindeutig gegen den öffentlich verordneten Meinungsstrom nach Dresden kommen. Und nüchterne Strategen in den Parteizentralen tun das. Hier wird etwas in der Wählerschaft aktiv, das nicht steuerbar ist. Und das macht nervös. Es ist faszinierend zu sehen, wie aus dem Nichts gewöhnliche Menschen sich vor Menschenmassen stellen und dort ein Redetalent entfalten, dass ihnen selbst wahrscheinlich gar nicht bewusst war. Auch das erinnert an 89.
Nachdenklich stimmt auch das Publikum der Gegendemonstration. Dort war viel junges Volk zu sehen. Wahrscheinlich Studenten der Dresdner Hochschulen. Es ehrt diese, wenn sie sich im jugendlichen Idealismus für eine bessere und solidarische Welt einsetzen wollen. Es wäre schlimm, wenn es nicht so wäre. Auch der Autor dieser Zeilen hat in seinen Studentenzeiten die Grünen, und sogar die Linken, die sich damals mal PDS nannten, gewählt. Aber wo bleibt der kritische Geist der jungen Generation gegenüber der Obrigkeit? Es sollte doch stutzig machen, wenn die Hochschulleitung zu einer Demo aufruft. Doch die heutigen Studenten sind alle nach der Wende geboren. Sie kennen nicht die unsäglichen verordneten Demonstrationen zu allen möglichen gesellschaftlichen Anlässen. Was zu der Frage führt, was in Schule und Medien schiefläuft, wenn Teile dieser Jugend linksradikalisiert werden und wie abgerichtet auf Menschen losgehen, nur weil diese Probleme benennen, die jeder sieht. Woher kommt dieser Hass auf das Eigene? Was treibt Menschen zu Parolen wie „Gegen Volk, gegen Heimat“ und Schlimmerem?
Das Dritte Reich ist präsenter als die DDR-Diktatur, obwohl sie erst 25 Jahre zurückliegt, sagte Hubertus Knabe, der Leiter der Stasi-Gedenkstätte Hohenschönhausen, erst am letzten Wochenende im Phoenix-Interview. Hier leben Täter und Opfer noch. Doch die Medien sind voll mit dem Dritten Reich. Morgens läuft Hitler privat, nachmittags Hitler dienstlich. Erst am Montag abend kam wieder eine Dokumentation über Heinrich Himmler in der ARD. Nichts gegen derartige Exkurse. Als historisch Interessierter schaut man das immer gern. Aber es erschien nicht auf einem Nischensender, wo es hingehört hätte, sondern zur besten Zeit im Hauptprogramm. Hätten wir da nicht gegenwärtig genug andere Themen, die mindestens ähnlich tiefgründig und ausführlich behandelt werden müssten? Beispiele gefällig? Ukraine, die letzte US-Kongreß-Resolution zu Russland oder die fast schon wieder vergessene Sache mit MH 17. Und sucht eigentlich noch jemand nach MH 370? Der Nahe Osten, Isis und seine Kopfabschneiderbanden und nicht zuletzt die saubere Aufarbeitung des Unglückfalles der jungen Frau in Offenbach – alles Themen, die eigentlich die Sendezeit mehr als füllen würden.
Stattdessen wird der Nationalsozialismus umso heftiger bekämpft, je länger er zurückliegt. Das Ganze mit einem billigen Mut und der immerwährenden Suche nach „Nazis“, auch wenn die sich plötzlich als Mutti und Vati entpuppen. Es wird immer von Zivilcourage, Bürgermut und Vielfalt geredet. Dresden zeigt dagegen, das Zivilcourage beweisen muss, wer sich zu PEGIDA durchschlägt. Auch wenn der Hauptredner und Organisator ein ehemaliger Krimineller ist. Was ist dann mit den nachgewiesenen Stasispitzeln im Thüringer Parlament? Bachmann war „Panzerknacker“ und wurde mit Drogen erwischt. Zweifellos eine Karriere, die manchem zu denken gibt und eher abschreckt. Mit solchen Leuten will man lieber nichts zu tun haben. Aber wird etwas falsch, nur weil es vielleicht die Falschen sagen? Und sind es nicht solche gescheiterten Existenzen, die sich erlauben können, die Wahrheit zu sagen? Stichwort: Schweigespirale von Noelle-Neumann. Wer mit dem Finger auf Bachmann in Dresden zeigt, der muss konsequenterweise auch auf die Stasispitzel im Thüringer Landtag zeigen. Bachmann ist durch seine Umtriebe in den Knast gekommen. Ein Vorbild oder Idol ist er sicherlich nicht. Aber die Gestalten in Thüringen, die sogar für parlamentsunwürdig erklärt wurden, haben unbescholtene Menschen „vorbehaltlos belastet“ wie es in den Akten heißt. Diese Typen haben Menschen ins Gefängnis gebracht, die am Ende nur das Land verlassen oder eine „bessere“ DDR wollten. Das Marschieren unter den Fahnen dieser Linkspartei, aber auch von (Block-) CDU, SPD und Grüner Jugend ist der leichte Weg. Wer ihn geht, bekommt öffentliche Zustimmung. Aber ist es deswegen der richtige?